Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Holunderblüten-Küchlein

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Holunder 1

 

 

 

 

Fast überall am Wegesrand findet man Holunder, der jetzt mit weißen Dolden reich blüht. Dass man aus den Holunderbeeren leckere Marmeladen, Gelees und Kuchen zaubern kann, das ist bekannt. Meine Oma nutzte aber schon die Blüten, um eine unvergessene Leckerei zu zuzubereiten. Die Blüten wurden in Teig getaucht und in Fett ausgebacken. Bestäubt mit Puderzucker gab es diese Küchlein sowohl als Nachtisch, als auch auf der Kaffeetafel.

 

Maße Zutaten Teig
250 g  Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1 Essl. Zucker
2 Eier
250 ml  Bier
1 Prise Salz
etwas Puderzucker zum Bestäuben

 

 

 

 

 

Außerdem benötigt man Fett zum Ausbacken (Butterschmalz ist optimal) und natürlich Holunderblütendolden mit mindestens 10 cm Stengel.

Die Holunderblüten werden vorsichtig abgespült und ein wenig trocken getupft. Aus den o.g. Zutaten bereitet man den Ausbackteig mit dem Handrührgerät zu und lässt ihn mindestens 15 Minuten zum Quellen stehen. Wer den Ausbackteig fluffiger haben möchte, trennt die Eier und schlägt das Eiweiß zu steifem Einschnee. In den Teig werden bei dieser Version zunächst nur die Eigelb gerührt und erst nach dem Quellen wird der Einschnee untergehoben.

Das Fett in der Friteuse erhitzen, die Holunderblüten in den Teig eintauchen und im heißen Fett goldbraun backen. Meine Oma benutzte übrigens lediglich einen Kochtopf, um das Butterschmalz zu erhitzen, denn die Küchen waren damals noch nicht mit so vielen Haushaltswaren ausgestattet wie heute. So fand ich es als Kind immer faszinierend, wie sie Eiweiß innerhalb kürzester Zeit lediglich durch das Aufschlagen mit einer Gabel (!) in festen Eischnee verwandelte. Ob das Fett die richtige Temperatur hatte, überprüfte sie mit dem Stil eines Holzkochlöffels. Dieser wurde in das heiße Fett getaucht und wenn sich rundherum kleine Blasen bildeten, konnte das Ausbacken losgehen. Viele Rezepte – wie auch dieses – waren damals davon bestimmt, möglichst preiswert zu sein.

Mit dem Bierteig kann man übrigens vieles ausbacken, zum Beispiel Apfel- und Bananenscheiben oder auch Birnenscheiben oder Ananas. Lässt man den Zucker weg und fügt vielleicht noch ein klein wenig Muskat hinzu, eignet er sich auch für Gemüse, Fleisch oder Fisch. Nach dem Ausbacken lässt man das Frittierte noch ein wenig auf Küchenkrepp abtropfen und bestäubt Süßes mit ein wenig Puderzucker.


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