Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Handwerk hat goldenen Boden

| Keine Kommentare


Vorab: Ich bewundere jeden Handwerker, der solide und gute Arbeit leistet und weiß, wie schwer da meist das Geld verdient wird.

Aber was ich erlebt habe, ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Also. Ich wohne in einem uralten Haus mit einer Heizung, die bestimmt noch den Kaiser kennen gelernt hat. Wäre an sich kein Problem, wenn alles funktionieren würde. Leider hat der Heizkörper im Bad die unangenehme Eigenschaft, oftmals kalt zu bleiben, was Duschen und Baden zu einem Survivaltraining macht.

Es kam jemand, um diesem Übel an den Kragen zu gehen. Erst wurde entlüftet und dann das Heizungsventil misstrauisch beäugt. Wie von Zauberhand wurde die Heizung warm und der gute Mann beschloss, das Ventil nicht wieder zu montieren und abzuwarten. Ging strahlend von dannen und sein Tag war gerettet. Ich war auch zufrieden, zwei Tage lang, bis……..das Badezimmer wieder den Charme eines Kühlschranks ausstrahlte.

Nach einem Anruf kamen sie dann zu zweit, vier Augen sehen bekanntlich mehr. Schüchtern wies ich darauf hin, dass sich auf dem Dachboden auch noch eine Entlüftung befindet. Das brachte mir den Blick. "Frauen und Technik" ein und nach eingehendem Mitarbeitergespräch wurde der alte gußeiserne Heizkörper komplett demontiert und auf die Straße geschleppt. Um dort ein Entlüftungsvetil einzubauen. Leider hatten die Herren das passende Teil nicht dabei und mussten erst mal zum Großhandel. Ich hätte es ihnen sagen können, aber jeder muss seine Erfahrung allein machen. Es kam, wie es kommen musste: Für dieses Modell gab es natürlich keine Ersatzteile.

Jetzt kam Plan B. Die Baumeister fuhren in die firmeneigene Werkstatt und stellten das Teil selbst her. Kamen dann irgendwann wieder, bauten es ein und brachten den Heizkörper wieder an, der durch das gewaltsame bearbeiten aussah, wie frisch von der Müllhalde. Er wurde wieder warm und ich bekam den heißen Tipp, dass das gute Stück nunmehr neu lackiert werden müsse.

Es vergingen zwei oder drei Tage und es stellte sich wieder der Ursprungszustand ein: Duschen mit einem wohligen Kälteschauer. Wieder kamen die Handwerker. Der erste erinnert mich gleich daran, dass wir uns ja schon kennen würden. War er doch vor ein paar Jahren schon einmal bei mir gewesen und hatte mir klar gemacht, dass ich die Ursache des Übels war. Weil, würde ich alle Heizungen nur auf die mittlere Stufe stellen, sollte das auch funktionieren, dass das schwarze Schaf mitzieht. Ich erachtete das nicht als optimale Lösung und wurde etwas zickig. Er war schon zickig, wahrscheinlich weil ich ihn nicht in meinem Gedächtnis behalten hatte. Also wurde die Pumpe ausgemacht, die Heizung aus und wieder ein bißchen an und wieder aus und wieder richtig an…..

Jetzt war er zu einer weiteren Begutachtung bereit und irgendwann ging er dann auf den Dachboden. Schon fast vorwurfsvoll teilte er mir mit, dass die Entlüftung auf dem Dachboden nicht nur kaputt, sondern auch zugedreht sei. Ich klärte ihn auf, dass dort zuletzt einer seiner Kollegen tätig gewesen war. Jetzt kam er zum Korpus delikti, dem Übeltäter im Bad. Kontrollierte die dort neu angebrachte Entlüftung und fragte streng: "Wollten Sie das so?????" Obwohl ich mir keiner Schuld bewusst war, verneinte ich kleinlaut. Was sagte er darauf? "Das war auch unnötig!" Vielen Dank auch.

Er ging dann mit dem Vermerk, dass man für so etwas eben den richtigen Mann beauftragen muss und ich harre gespannt der Dinge, die da noch kommen!


Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.