Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Handy & Co.

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Oskar hat den wohl verdienten Ruhestand angetreten. Jetzt endlich ist Zeit, sich den Dingen zu widmen, zu denen er bisher nicht kam. Dinge, die heute zum Standart gehören und Oskar will nicht länger ein Außenseiter sein.
 
Seine erste „Errungenschaft“ ist ein Handy, das sein Sohn ausgemustert hat. Aber was nützt das beste Handy ohne Karte? Also stelle ich ihm eine nicht mehr benötigte Karte zur Verfügung mit dem Vermerk „Da sind nur noch 2,– Euro Guthaben drauf, die musst Du dann aufladen lassen!“ Oskar gibt sich als Mann von Welt und bestätigt, dass das sehr nett von mir ist und er sich darum kümmern wird.
 
Ein paar Tage später ruft er mich an, um mir seine neue Handynummer zu geben!? Auf meine Nachfrage erklärt er mir, dass er das Schnäppchen der Woche gemacht hat:
„Ich war in dem Laden da vorn in der Hauptstraße und habe gesagt, dass ich nicht telefonieren kann, weil ich kein Guthaben mehr habe. Da hat mir doch der nette Verkäufer eine neue Karte verkauft. Stell Dir vor, ich habe 20,– Euro bezahlt und jetzt 15,– Euro zum Telefonieren! Das ist doch toll!“
Meine Begeisterung hält sich etwas in Grenzen: „Wieso hast Du denn nicht meine Karte aufgeladen?“ Eine wirkliche Erklärung bekomme ich nicht…..
Oskar hat jedoch noch ein Attentat auf mich vor: „Du musst mir aber helfen und mir die Telefonnummern von Allen einprogrammieren:“ Die Kombination von „müssen“ und „helfen“ ruft bei mir immer ein gewisses Unverständnis hervor, aber ich verabrede mich mit ihm.
 
Kurz darauf stehen Oskar und sein Handy bei mir vor der Tür. Als erstes erklärt er mir, dass mein Festnetztelefon kaputt ist. Irritiert frage ich nach wieso. „Da kommt immer eine Ansage, dass die Rufnummer nicht existiert. Hast Du Deine Rechnung nicht bezahlt?“ Ein Blick in die Anrufliste klärt das schnell. „Oskar, du hast die Vorwahl nicht mit eingegeben. Dann funktioniert das nicht!“ Sein gebrabbeltes „Das hat mir ja keiner gesagt!“ ignoriere ich und mache mich daran, das Telefonbuch des Handys zu füllen. Er sitzt staunend daneben. „Was so alles in so einen kleinen Kasten reingeht, ist ja unglaublich!“ Ich verkneife mir ein Lächeln und will ihm die Funktionen des „Kastens“ erklären. Aber Pustekuchen, sein Standartsatz ist: „Brauch ich nicht, brauch ich nicht, brauch ich nicht.“
 
Nach einem Kaffee, den er dringend zur Stärkung braucht, erzählt Oskar mir dann, dass er sich ein neues Handy kaufen will, weil ihm die Zahlen auf dem jetzigen zu klein sind. Das finde ich ja gut und bestärke ihn in seinem Vorhaben. „Es gibt Geräte, die haben größere Zahlen, sind einfacher zu bedienen und haben eine Notruftaste“ erkläre ich, wobei ich wohlweislich die Bezeichnung „Seniorentelefon“ außen vor lasse. „Wann willst Du denn einkaufen gehen, dann komme ich mit?“
 
Oskar sieht mich mit einem Blick an, der sagt, dass ich ja nun wirklich keine Ahnung habe. „Du müsstest doch wissen, dass ich erst das Guthaben vertelefoniert haben muss, ehe ich mir ein neues Handy kaufen kann!“
Ich habe dann nichts mehr gesagt, zumal mir Oskar verkündet hat, dass er sich dann auch gleich einen Computer kaufen wird 

 Eure Sylvia


Ein Kommentar

  1. Hallo liebe Heidi,
    deine Geschichten sind einfach köstlich.Ich habe gerade die Handygeschichte gelesen.
    An dir ist was Großes, laß es nicht verloren gehen.
    MFG Moni,Tippy und Pinnzy

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