Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Wie baut man einen Rosenbogen?

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Eine liebe Freundin schenkte mir zum Geburtstag einen Rosenbogen und eine wunderschöne Rose. Nachdem ich mental meinen Plan fertig hatte, stürmte ich am nächsten Abend meinen Garten, legte ein neues Beet an und machte mich daran, den Rosenbogen aufzubauen.

Ganz einfach, nur zusammen stecken“ hatte sie mir gesagt. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich durchaus noch ein Viertelstündchen erübrigen konnte. Weil wir auf dem Nachbargrundstück eine Baustelle haben, was mit immensem Lärm verbunden ist, hatte ich mir angewöhnt, Gartenarbeit in die Abendstunden zu verlegen und da ist die Zeit nun einmal etwas begrenzt, es sei denn, man hat gute Beleuchtung.

Ich öffnete den recht handlichen Karton und studierte zuerst die Bedienungsanleitung.

35 kleine Stangen und keine Ahnung wie viel Schrauben wollten verbunden werden. „Nur zusammen stecken?“ war wohl ein klein wenig harmlos ausgedrückt gewesen. 

Inzwischen hatten schon alle Mücken im Umfeld entdeckt, dass ich als laufendes Abendessen den Garten unsicher machte und stürzten sich voller Begeisterung auf mich. Ignorieren ist das Zauberwort, sagte ich zu mir selbst und machte mich ans Werk. Vier verschiedene lange Stangen, alle mit einem netten, kleinen Aufkleber mit einer Zahl darauf warteten auf ihre Verarbeitung.

Als erstes musste ich feststellen, dass ich keinen Schraubenzieher hatte, der erst einmal organisiert werden musste. Zuerst sollte in eine Stange 1 eine Stange 2 gesteckt werden, was schon das erste Hindernis darstellte, weil das nicht problemlos ging. Jetzt wäre ein Hammer gut gewesen, den ich natürlich auch nicht zur Verfügung hatte. Also hämmerte ich das Teil mit dem Griff des Schraubenziehers hinein. Durch die darin befindlichen Löcher sollte nun eine der zahlreichen Schrauben gesteckt werden, um damit wiederum Stange 4 zu fixieren.

Verdammt, die Schraube, die hatte ich doch eben neben mich gelegt. Hat schon mal jemand in der Dämmerung eine Schraube im Gras gesucht? Spannend kann ich Euch sagen! Nachdem ich den halben Rosenbogen aufgebaut hatte, fiel mir auf, dass mein Hund nicht zu sehen und zu hören war……

Das erklärte sich dann dadurch, dass das liebe Tier beschäftigt war. Und zwar damit, meinen eben gepflanzten Lavendel auszubuddeln! Also, mit dem Hund schimpfen, den Lavendel wieder einpflanzen und weiter ging es.

Eine Stunde später, der Rosenbogen sah seiner Vollendung entgegen, sah meine Tochter aus dem Fenster: „Du bist ja immer noch am Ackern!“ (Immerhin es fällt doch auf, wenn ich abwesend bin). „Soll ich Dir helfen?“ Dankend lehnte ich ab. Ab morgen wollte ich im Garten sitzen und mein Werk bewundern.

Es wurde schon dunkel, als ich den Rosenbogen fertig gestellt und an seinem neuen Standort untergebracht hatte.Lob heischend forderte ich meinen Nachwuchs auf, mein Werk zu begutachten. Die Reaktion war: „Wenn da noch Blumen dran sind, sieht das bestimmt ganz gut aus!“

Ganz gut???? Ich jedenfalls war stolz auf mein Werk und noch mal lieben Dank an meine Freundin! Jetzt habe ich nur noch das Problem, 35 kleine Aufkleber von dem Prachtstück zu entfernen…..

Eure Sylvia


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