Alles hat seine Zeit

Erblickt ein Baby das Licht der Welt, sind die Eltern mit Stolz und Liebe erfüllt und können sich nicht vorstellen, jemals in ihrem Leben von diesem kleinen Wesen genervt zu sein.Spätestens, wenn dann die Nächte zum Tag gemacht werden und der Rücken Probleme macht, wünscht man sich, dass das Baby sprechen kann, um einem zu sagen, was es möchte und laufen lernt, damit man es nicht immer tragen muss.

In den folgenden Jahren entwickelt sich dann dieser Wunsch bei den Eltern zurück und veranlasst zu Äußerungen, wie „Sei doch mal bitte fünf Minuten ruhig" und „sitz doch mal stille!" Besonders beliebt bei Eltern ist dann die Bockphase. Wenn dann das kleine „Monster" auf dem Boden liegt und schreit oder lautstark den Lolli an der Kasse im Supermarkt einfordert.

Das Leben – gerade mit Kind – ist einem steten Wandel unterworfen. Es gibt eine Zeit, da sind die Eltern die Allerbesten, die Schönsten, die Klügsten, kurzum eine Anhäufung von Superlativen. Irgendwann werden sie dann peinlich, sie könnten ja ein Abschiedsküsschen geben wollen oder „Maus" oder „Schatz" oder etwas ähnlich Unangenehmes vor den Freunden von sich geben.

Das gibt sich aber nach kurzer oder längerer Zeit wieder.

Ist in der Grundschule das andere Geschlecht meist doof, ändert sich das in der Oberschule schlagartig. Aber das ist natürlich kein Thema für Eltern, weil die meist sowieso keine Ahnung haben und sich an ihre eigene Jugend, die irgendwann in grauer Vorzeit war, nicht mehr erinnern können…..

Dann kommt auch die Zeit, wo sich „die Anderen" zu einem Lieblingsschlagwort entwickelt. „Die Anderen" dürfen mehr, haben mehr, brauchen keine Hausaufgaben machen, müssen schon mal gar nicht im Haushalt helfen – die Liste lässt sich individuell und beliebig fortsetzen.

Ich habe mal gelesen, dass sich die Vorgänge in der Pubertät im Gehirn mit denen bei geistiger Unzurechnungsfähigkeit vergleichen lassen! Keine Ahnung, ob die Vorgänge im Gehirn einer Mutter zu dieser Zeit jemals analysiert wurden!

Beliebte Kommunikationsmittel sind oft ein Augenaufschlag gen Himmel gespickt mit der Äußerung „Ach Mama" oder ein gekonntes Schulterzucken. Hat man noch vor ein paar Jahren um jedes Minütchen Schlaf gekämpft, weil um 6 Uhr für den Nachwuchs die Nacht vorbei war, hat man heute Probleme, die Heranwachsenden vor 11 Uhr aus den Federn zu bekommen.

Das ist die Zeit, wo sich bei Mädchenmüttern die Schminke und das Parfüm nahezu in Luft auflösen, wo eine bestimmte Jeans unbedingt gewaschen sein muss und man Glück hat, wenn die Telefonleitung mal frei ist J

Aber mal ehrlich: Da gibt es doch viel Schlimmeres, oder? Und noch etwas Tröstliches: Es geht vorbei und unsere Kinder haben auch mal Kinder, mit denen sie ähnliche Dinge erleben werden. Also Augen zu und durch – alles hat eben seine Zeit!

Eure Sylvia

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