Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Fernsehen mit Folgen

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Fast jeder von uns kennt sie: Die Fernsehsendungen, in den Häuser und Wohnungen verschönert werden, aus herunter gekommenen Gärten wahre Schmuckstücke werden und dann noch die, in denen in Windeseile Menüs und Torten gezaubert werden. 

Warum, frage ich mich, klappt das nicht auch so reibungslos und schnell bei mir? Ich koche und backe schon seit vielen Jahren. Die meisten bescheinigen mir, dass die Ergebnisse meist gut sind und mein Arbeitstempo auch beeindruckend ist. Aber fast niemand sieht hinter die Kulissen. 
Im Gegensatz zu den adretten Herrschaften im Fernsehen, bin ich nach der Tätigkeit in der Küche nicht ausgehfein. (Jetzt weiß ich, warum meine Oma immer eine Schürze getragen hat!) Auch die Arbeitsflächen müssen hinterher gereinigt werden und zwar von mir selbst. Heute habe ich den „Kalten Hund“ zubereitet. Einfach und komplikationslos sollte man meinen.  Aber wer konnte schon vorher ahnen, dass sich das Kokosfett verselbständigen würde und ein Teil davon auf dem Herd landet und dann genüsslich an der Frontseite herunter läuft? Beim Aufschlagen der Eier kam ein wenig Eischale in die Schüssel und konnte nur unter Mühen wieder eingefangen werden. Und dass die Butterkekse zum Teil aussahen, als sei ein LKW darüber gefahren, konnte man beim besten Willen von außen nicht erkennen. Ich hoffe jetzt auf ein einigermaßen präsentables Ergebnis und muss erst mal das Küchenchaos beseitigen.
 
Im TV strahlen die Mütter angesichts ihrer von oben bis unten eingematschten Kinder, zaubern ihr Waschmittel hervor und ohne Mühen strahlt wieder alles wie neu. Mein Strahlen fällt sehr sparsam aus, wenn mir auf der weißen Hose Kirschflecken präsentiert werden und ich kämpfe gegen jeden Fleck, als sei es mein persönlicher Feind. Manchmal unterliege ich…..und dann beschließe ich, dass nur noch bunt gemusterte Kleidungsstücke gekauft werden.
 
Toll ist auch, wenn viele fleissige Helferlein aus einem abrissreif anmutendem Haus ein Reklameobjekt für Zeitschriften zaubern. Vom finanziellen Aufwand wollen wir nicht sprechen, aber mit etwas Zeit und Kreativität sollte doch auch Otto Normalverbraucher gute Ergebnisse erzielen können. Mein Enthusiasmus beim Renovieren ist meist groß, aber schnell stoße ich an meine Grenzen. Entweder deckt die Farbe nicht so wie ich will, oder die Tapete wirft warum auch immer Falten. Sind die Mängel klein, hängt man dann eben ein Bild darüber oder stellt eine große Pflanze davor.
 
Jedes Frühjahr träume ich von einem Garten mit einem Meer aus Blumen, duftenden Sträuchern und gepflegtem Rasen. Ansätze habe ich schon genug gemacht. Geplant, gekauft und gepflanzt.
Aber warum scheint es nur bei mir gierige Schnecken zu geben, die nur die Stängel übrig lassen, Löwenzahn und andere Kräuter und Unkräuter, die aus Rasen eine Wiese machen? Abgesehen von Hunden, die buddeln und Kindern, die genussvoll die Beeren verspeisen, aus denen ich Marmelade machen wollte.
 
Heute habe ich nun beschlossen, dass alle Fehler in diesen Sendungen heraus geschnitten wurden, dass reale Leben anders aussieht und das Ganze Märchen für Erwachsene sind! Schließlich erkläre ich den Kindern auch immer, dass diese ganzen Zeichentrickserien nicht das reale Leben sind! 
Man sollte sich davon nicht so sehr beeindrucken lassen, alles so gut machen, wie möglich und akzeptieren, dass nun mal Fehler passieren. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler!
Eure Sylvia

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