Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Feste feiern

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Wieder einmal stand eine Familienfeier an. Der engste Kreis der Verwandten zählt so um die 20 Leute, die fatalerweise auch alle gern essen. Planung und Ausführung lagen wie immer in meinen Händen und zur Sicherheit hatte ich eine „To-do-Liste" gemacht, um ja nichts zu vergessen. Ich litt nämlich unter akutem Schlafmangel durch das Bemühen, unseren Welpen Rudi stubenrein zu bekommen.

An diesem Montag lag ich eigentlich sehr gut im Rennen und nur noch wenige Punkte waren abzuarbeiten: Wischen, Saugen, Tisch decken, Eier für den Salat kochen, Tomaten, Gurken und Mohrrüben in Deko fürs Büffet verwandeln. Na bitte, das ging doch alles viel besser als erwartet. Als ich fast fertig war, irritierte mich ein Geräusch. Da saß doch unser Fellbündel vor der Wohnungstür und fiepte. Euphorisch schnappte ich mir Jacke und Schuhe. Er lernts ja doch noch, Bescheid zu sagen, wenn er muss und nicht kommentarlos einen See zu hinterlassen. Feiner Hund!

Eine Freundin von mir hatte mir geraten, dem Hund die Kommandos „Puscherchen und Keckerchen" beizubringen, damit der Kleine immer weiß, was ich will, aber so ganz konnte ich mich damit nicht anfreunden. Und so beschränkte ich mich bei dem gewünschten Erfolg auf einen kleinen Freudentaumel, was mir schon so manch mitleidigen Blick der Passanten eingebracht hatte. Wir waren von unseren Runde schon vor der Haustür, als uns Frau „Ist-der-aber-groß-geworden" entgegen kam. Eigentlich hieß sie ja Müller, aber immer wenn sie uns mit Rudi traf, kam der gleiche Aufschrei:„Ist der aber groß geworden! Wächst der noch?" Und das auch notfalls zweimal am Tag. Immerhin hatte sich Rudi zu dem Zeitpunkt von Meerschweinchen- auf Zwerghasengröße empor gearbeitet und ich erklärte geduldig, dass es in der Natur der Sache liegt, dass die meisten Lebewesen in den ersten Monaten und Jahren ihres Daseins an Größe gewinnen. Mitten in unserem interessanten Gespräch rümpfte Frau „Ist-der-aber-groß-geworden" ihr Näschen: „Ich glaub, das brennt hier irgendwo." Auch ich blähte meine Nasenflügel auf. „Nöö, da lässt irgendein Idiot was anbrennen!" Gedankenverloren schweifte mein Blick die Fassade unseres Hauses empor, wo im ersten Stock meine Küche liegt. –

Küche!! – Anbrennen!! – Meine Eier!!!!! – Ich Idiot!!!!!

Ich klemmte mir unseren künftigen Riesenhund unter den Arm und raste die Treppe hinauf. Was musste ich zuerst retten? Unsere Katze? Die Fotos? Die Versicherungsunterlagen? Oder sollte ich nicht gleich die Feuerwehr rufen? Zum Glück war das Treppenhaus noch rauchfrei, dafür der Flur der Wohnung aber schon verqualmt. Zuerst in die Küche und den qualmenden Topf vom Herd in die Spüle geschmissen und Fenster auf. In dem Moment fing der Rauchmelder im Flur an, sein Werk zu tun und ein nerviger Piepton grellte im Sekundentakt durch die Wohnung. Verdammt, wie bekommt man das Ding denn aus? Da ich absolut keine Lust auf einen Feuerwehreinsatz hatte, schnappte ich mir einen Besen und hämmerte so lang auf das Gerät ein, bis es Ruhe gab.

Jetzt konnte ich mir in Ruhe das Ausmaß der Bescherung anschauen. Wusstet ihr, dass Eier explodieren, wenn sie lange genug erhitzt werden? Das müsst ihr unbedingt einmal ausprobieren und ihr werdet erstaunt sein, in welchem Umkreis der Kochstelle sich so ein paar harmlos erscheinende Eier ausbreiten können.

Kurz bevor unser Besuch kam, hatten wir dann die gröbsten Spuren der Katastrophe beseitigt, nur ein leichter Rauchgeruch hing noch in der Luft…..

Eure Sylvia

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