Muttis Kuchenrezepte

Kuchenrezepte aus einer Zeit, in der man sich noch die Finger leckte…

Weihnachten und andere Katastrophen

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Jedes Jahr gibt es gute Vorsätze: Dieses Jahr gehen wir Weihnachten ruhig an. Kein Stress. Keine Geschenke.

Soweit so gut. Aber kann man es der Oma antun, ihr so gar nichts zu schenken? Wenigstens eine Kleinigkeit. Und wenn die Oma etwas bekommt, und die Tante nicht, dann ist das ja mehr als ungerecht. Ich will nicht leugnen, dass es mir auch selbst Spaß macht, ein paar Geschenke auszusuchen, zu überlegen, wem etwas gefallen könnte. Aber mehr mit dem Gedanken, jemandem eine Freude machen zu wollen und da spielt es dann auch keine Rolle, wenn der Preis niedrig ist und man sich nicht finanziell verausgabt.

Interessant sind auch die Reaktionen der Beschenkten. Das geht von „einfach sich zu freuen“ bis zu einem leicht geheuchelten „das wär doch nicht nötig gewesen“ oder auch „ich hab doch alles, ich brauch doch nichts“. Nun denn, jedem das seine, so wie bei unserem Bekannten Erwin. Er legte mir heute 50,– Euro auf den Tisch mit einem gebrabbelten: „Für dich zu Weihnachten!“ Ich weiß, er zählt nicht zu denen, die sehr emotional sind (er nennt es Schüchternheit) und lege ihm zwei kleine Päckchen hin. Seine Reaktion ist bestechend: „Ich will doch nichts, habe genug rum zu stehen, was ich nicht gebrauchen kann!“ Zum Glück nehme ich das nicht persönlich und versichere ihm, dass es sich um nichts unnützes handelt.

Ohne es zu wollen, schwirrte mir dann wieder ein Ausspruch eines lieben Freundes in einem ganz anderen Zusammenhang durch den Kopf. Er sprach neulich davon, dass er ein Mensch der „pragmatischen Prozessoptimierung“ wäre. Ich habe das erst mal so hingenommen, bin aber immer wieder dabei diese Worte auseinander zu klamüsern. Pragmatisch heißt ja wohl in etwa praktisch, nützlich, sachlich. Und optimieren ist nach einem bekannten Wörterbuch „in den bestmöglichen Zustand bringen“. Und ein Prozess ist ein Verlauf, eine Entwicklung. Es müsste sich also um eine praktische Entwicklung handeln, die „in den bestmöglichen Zustand gebracht“ wird!? Oder ist es ein praktischer Zustand, der sich bestmöglich entwickelt hat? 🙂

Heißt das jetzt, wenn ich das auf Erwin beziehe, ich hätte praktischerweise das Geschenk garnicht erst einpacken sollen? Oder hätte der bestmögliche Zustand für mich bedeutet, gar kein Geld auszugeben und nichts zu schenken?

Aber kommen wir wieder auf Weihnachten zurück. Es gibt irgendeine Statistik (wofür gibt es eigentlich keine Statistik?), die besagt, dass wir Deutschen erst an 10er oder 11er Stelle in der EU bei der Höhe der Summe liegen, die wir für Geschenke ausgeben. In vielen Haushalten ist es üblich, vor den Feiertagen das ganze Haus nochmal auf Vordermann zu bringen, obwohl eigentlich alles ordentlich und sauber ist und nachdem der Besuch wieder weg ist, alles aufgeräumt werden muss. Es wird eingekauft, als ob es in den nächsten Monaten nichts mehr gibt und in den Geschäften ist die Stimmung oft am Kippen. Heiligabend sind dann gerade viele Frauen vor dem Nervenzusammenbruch, was nicht wirklich sein muss.

Und schon wieder bin ich bei der „Prozessoptimierung“: Es muss nichts perfekt sein, es ist egal was „die Leuten sagen“ und statt des 5-Gänge-Menüs könnte man gemütlich zusammen kochen. Das Endergebnis zählt.

In diesem Sinne: Lasst uns Weihnachten so feiern, wie es jedem gut tut und auch mal wieder darauf schauen, was das Weihnachtsfest eigentlich bedeutet. Frohe Weihnachten!

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